Wo sind die Wasserhähne in meinem Haus?

Ein Rohrbruch bei einem Kollegen hat mich ins Grübeln gebracht: Wo ist eigentlich unser Hauptwasserhahn? Und wissen meine Mitarbeiter, wie sie im Notfall das Wasser abstellen?
Ich habe letzte Woche im Zuge unseres Hotelbetreiberstammtisches einen Betrieb besichtigen dürfen.
Dort ist es zu einem Rohrbruch in einem der oberen Stockwerke gekommen. Laut dem Hoteldirektor ist sehr, sehr viel Wasser durch die Stockwerke in die darunterliegenden Zimmer geflossen und hat einen erheblichen Schaden angerichtet.
Jetzt werden ganze Bereiche generalsaniert, Zimmer sind gesperrt und die Renovierung dauert einige Monate.
Und ich bin nach Hause gefahren und habe mir eigentlich nur eine ganz einfache Frage gestellt:
Wo ist in meinem Betrieb der Hauptwasserhahn?
Und gleich die nächste:
Wissen meine Mitarbeiter, wo er ist und wie sie das Wasser abstellen können?
Wir machen regelmäßig Schulungen, wie man sich im Brandfall verhalten muss. Wir beschäftigen uns damit, wie wir einen Brand oder generell einen Unfall vermeiden können.
Und sollte trotz allem etwas passieren, sind wir sehr froh, wenn die Feuerwehr zügig kommt und mit Wasser den Brand eindämmt.
Aber was machen wir eigentlich, wenn plötzlich genau das Wasser das Problem ist?
Wenn das Wasser aus einer Leitung kommt und einfach nicht mehr aufhört?
Diese Frage hat mich beschäftigt.
Also haben wir uns im Betrieb sofort damit auseinandergesetzt und ein paar eigentlich sehr einfache Fragen gestellt:
Wo ist der Hauptwasserhahn?
Wie drehe ich ihn zu?
Glaub mir: Im Notfall kann selbst das zur Herausforderung werden. Wenn irgendwo das Wasser von der Decke kommt, sucht keiner mehr gemütlich nach einer Bedienungsanleitung.
Sind die Zugriffsrechte bei den Mitarbeitern vorhanden, dass sie im Notfall zum Hauptwasserhahn kommen? Wir haben ein echt tolles Zutrittssystem, aber geht die Tür im Notfall auf?
Mir hat mein Installateur geraten, nur im Notfall den Haupthahn zu sperren, denn wegen der Zirkulationspumpen sollte man, wenn möglich, nur Teilbereiche absperren.
Dann zählt jede Sekunde.
Wo kann ich im Haus einzelne Bereiche abdrehen?
Habe ich einen Plan zur Hand, auf dem die einzelnen Strangwasserhähne eingezeichnet sind?
Wir hatten keinen greifbar, darum haben wir uns den Plan ausdrucken lassen und selber eingezeichnet, wo was ist!
Und vor allem:
Wissen das auch meine Mitarbeiter?
Denn es hilft relativ wenig, wenn nur ich weiß, wo der Wasserhahn ist, und ich sitze gerade zuhause beim Schnitzel 20 Kilometer entfernt.
Und dann kommt noch die Versicherung …
Wir haben bei dieser Gelegenheit auch unsere Versicherung geprüft.
Sind wir im Schadensfall wirklich gut abgesichert?
Und da kommen plötzlich Fragen auf, über die ich vorher ehrlich gesagt nicht besonders viel nachgedacht habe.
Was ist tatsächlich abgedeckt?
Nur die Wiederherstellung des beschädigten Bereichs?
Wie hoch ist der Betriebsausfall abgesichert?
Wie lange wird dieser Betriebsausfall bezahlt?
Und werden eigentlich auch meine internen Aufwände für die Schadensabwicklung abgegolten?
Denn eines ist relativ einfach:
Wenn ein Zimmer nicht belegt werden kann, verdiene ich damit kein Geld.
Und wenn mehrere Zimmer über Monate gesperrt sind, reden wir nicht mehr über einen kleinen Wasserschaden, sondern sehr schnell über ein wirtschaftliches Problem.
Ich kenn mich bei Versicherungen echt nicht aus.
Darum würde ich nach dieser Erfahrung meinen Versicherungsberater mit Fragen löchern.
Lieber vorher fünf vielleicht blöde Fragen stellen, als nachher eine sehr teure Antwort bekommen.
Und ich habe noch etwas gemacht:
Ich habe zusätzlich die KI gefragt, welche Punkte bei einem größeren Wasserschaden und bei der Absicherung eines Hotelbetriebes wichtig sein können.
Nicht weil die KI meinen Installateur oder Versicherungsberater ersetzen soll.
Aber sie stellt teilweise Fragen, auf die ich selbst gar nicht gekommen wäre.
Was ich aus diesem Besuch mitgenommen habe
Manchmal sind es nicht die großen Strategien, die einen Betrieb sicherer machen.
Manchmal ist es eine ziemlich banale Frage:
Wo ist eigentlich mein Hauptwasserhahn?
Wenn Du jetzt kurz überlegen musst, wo Deiner ist, dann geht es Dir ungefähr so wie mir letzte Woche.
Vielleicht wäre heute ein guter Tag, einmal nachzuschauen.
Und wenn Du ihn gefunden hast:
Dreh ihn nicht gleich probeweise zu, wenn gerade jemand duscht.
Man muss ja nicht aus jeder Sicherheitsübung einen Ernstfall machen.